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Mapping the Collection: Neues zweijähriges Forschungsprojekt startet mit einem Blog am Museum Ludwig

Bild Museum Ludwig  A RIm Juli 2018 hat das zweijährige Forschungsprojekt Mapping the Collection am Museum Ludwig begonnen. Dank des Terra Foundation Collection Research Fellowship for American Artwird nun die Sammlung US-amerikanischer Kunst vor 1980 in der Sammlung des Museum Ludwig unter neuen Gesichtspunkten erforscht und ausgewertet. Es handelt sich hierbei um ein Forschungsstipendium der Terra Foundation for American Art mit Sitz in Chicago und Paris, die die Erforschung und das Verständnis von US-amerikanischer Kunst weltweit fördert. Erste Ergebnisse werden nun in einem neuen Blog vorgestellt: blog.museum-ludwig.de/

Das Museum Ludwig besitzt eine der wichtigsten Sammlungen US-amerikanischer moderner und zeitgenössischer Kunst außerhalb der USA. Das Fundament für die Museumsgründung legte das Stifter*innenpaar Peter und Irene Ludwig 1976 mit der Schenkung von 350 Werken moderner Kunst an die Stadt Köln. In Deutschland zählte das Sammler*innen-Ehepaar zu den ersten, die in den Jahrzehnten unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in den Vereinigten Staaten sammlerisch tätig wurden. Die Nachkriegszeit läutete eine Phase ein, in der US-amerikanische Kunst und Kultur sich immer größerer Beliebtheit in Europa erfreuten und die kulturelle Szene stark beeinflussten. Durch ihre Aktivität als Sammler*innen beteiligten sich die Ludwigs aktiv an dieser Entwicklung. Die Sammlung des Museums verschafft einen guten Überblick über die Entwicklung der Kunst in den Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg und umfasst Werke von einigen der weltweit bekanntesten Künstler*innen, darunter auch Andy Warhol, Roy Lichtenstein, James Rosenquist und Jackson Pollock. Doch das Bild der Kunst, das sich aus dieser Entwicklung ergab und das bis heute mit unserer Vorstellung der US-amerikanischen Kunst verbunden ist, ist zentriert auf die Identität des weißen, heterosexuellen, männlichen Künstlers und dessen formalen und ästhetischen Vorstellungen. Von diesem Bild ausgeschlossen sind Künstlerinnen sowie Artists of Color und alle, die nicht den heteronormativen Standards gerecht werden.

Das Forschungsprojekt Mapping the Collection nimmt die Sammlung, die in ihr vertretenen Kunstwerke und Künstler*innen, ihre sammlungsspezifische Geschichte und Entwicklung in den Blick. Hierbei soll, unter Einbezug der sozialen, politischen und historischen Bedingungen, eine Neubewertung und Erweiterung der Geschichtsperspektiven vollzogen werden. Diese Neubewertung knüpft an künstlerische Perspektiven an, die zu den Diskursen rund um Postkolonialismus, Dekolonisierung und Genderrepräsentation der frühen 1990er Jahre beigetragen haben.

Das Forschungsprojekt gliedert sich in drei Phasen. Die erste betrifft die Sichtbarmachung der Forschungsergebnisse, die ab sofort im Museums-Blog der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Kunstbewegungen, Kunstwerke oder künstlerische Praktiken werden vor dem Hintergrund ihrer historischen, sozialen und politischen Produktionsbedingungen neu betrachtet.

Janice Mitchell, Terra Foundation Research Fellow am Museum Ludwig über ihre neue Aufgabe: „Ich bin seit Juli hier am Museum und habe mir zunächst einen Überblick über die Sammlung der US-amerikanischen Kunst bis 1980 verschafft. Es gibt noch jede Menge zu entdecken. In den kommenden Wochen werde ich mich auf den Abstrakten Expressionismus konzentrieren und neue Querverbindungen, unter anderem nach Mexiko, aufzeigen. Dies alles kann man in unserem Blog mitverfolgen.“
Die zweite Phase des Projekts, die auf diesen Erkenntnissen aufbaut, besteht aus punktuellen Eingriffen in die permanente Sammlungspräsentation, die in diesem Zuge auch kommentiert wird. Dieser Prozess wird binnen zwei Jahren in verschiedenen Räumen der Sammlung sichtbar gemacht.
Als dritte Phase wird, zeitgleich zu den Sammlungsinterventionen in zwei Jahren, eine Konferenz zur Rezeption US-amerikanischer Kunst und Kultur im Nachkriegsdeutschland ausgerichtet. Die Konferenz bringt Wissenschaftler*innen, Kurator*innen und Künstler*innen aus unterschiedlichen Kontexten zusammen.

Über Janice Mitchell
Janice Mitchell ist derzeit Promotionskandidatin am Central Saint Martins. Neben US-amerikanischer Kunst des 20. Jahrhunderts liegen ihre Forschungsinteressen im Bereich der zeitgenössischen Kunst sowie einer kritischen Kunstpraxis.

Über die Terra Foundation for American Art
Die Terra Foundation for American Art fördert die Forschung, das Verständnis und das Erleben der bildenden Künste der Vereinigten Staaten für ein nationales und internationales Publikum. Im Bewusstsein dessen, wie wichtig es ist, das Kunstwerk im Original zu erleben, bietet die Stiftung, über die Präsentation und die Erweiterung der eigenen Kunstsammlung in Chicago hinaus, die Möglichkeit zur Auseinandersetzung und Recherche. Dabei unterstützt und fördert die Stiftung innovative Ausstellungen, Forschungsprojekte und Bildungsprogramme mit dem Ziel, einen interkulturellen Dialog mit der amerikanischen Kunst voranzutreiben. Der Tätigkeit der Stiftung liegt die Überzeugung zugrunde, dass Kunst das Potential hat, Kulturen sowohl zu unterscheiden als auch zu vereinen.

Quelle: www.museum-ludwig.de
Bild: Museum Ludwig © A.R.

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