Köln-InSight.TV

Das Magazin für Köln

Kalender

museum ludwig.jpg 

Ausstellung "Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben"

Mittwoch, 22. Januar 2020
10:00-19:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums widmet sich das Museum Ludwig mit einer kleinen Präsentation im Fotoraum der Fotografin und Fotohistorikerin Lucia Moholy. In diesem Rahmen werden auch drei neuerworbene Vintage Prints von Lucia Moholy erstmals gezeigt. Neben ihren fotografischen Werken werden auch Briefe aus dem Archiv des Museum Ludwig präsentiert, die einen regen Austausch zwischen Moholy und dem Fotosammler und -historiker Erich Stenger belegen. Gemeinsam hatten sie um 1932 vor, ein Buch über die Geschichte der Fotografie zu schreiben. Der Aufstieg der Nationalsozialisten trieb Moholy jedoch in die Emigration, während Stenger in Deutschland zum gefragten Experten auf dem Gebiet aufstieg. Moholy veröffentlichte schließlich selbstständig in London 1939 A Hundred Years of Photography 1839–1939.

Ihr Buch wurde der erhoffte Kassenschlager und enthielt für seine Zeit Gedanken zur Fotografie, die radikal neu waren: Fotografie und Malerei wurden als zwei gleichwertige Wege beschrieben, beispielsweise „abstrakte Bilder“ herzustellen: „Fotografie wurde (...) von einigen abstrakten Malern als neues Medium aufgenommen, mit dem sie versuchten, ihrem Gefühl für Ausgewogenheit Ausdruck zu verleihen. Es sind der in Frankreich lebende Man Ray, und Moholy-Nagy in den USA. Sie griffen die Methode der ‚Fotogenischen Zeichnung‘ auf, entdeckt von Schulze 1727 und Fox Talbot vor 1834 bekannt, und wendeten sie auf spezielle Weise an. (...) Die Frage, ob die Fotografie irgendeinem Einfluss der abstrakten Kunst unterworfen worden sei, stellt sich aber nicht in Bezug auf diese Bilder. Es war ein Prozess der Angleichung, nicht der Beeinflussung.“

Lucia Moholy selbst hatte als Fotografin Fotogramme (die auch als fotogenische Zeichnung bezeichnet werden) entwickelt und diese Technik ihrem damaligen Partner, dem Maler und Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy, nahe gebracht. Ein Fotogramm ist eine kameralose Fotografie, bei der Objekte auf lichtempfindliches Papier gelegt und belichtet werden. Ihr Schatten bleibt auf dem Papier als helle Fläche zurück. Als (Kunst-)historikerin führte sie das Verfahren auf frühe fotografische Experimente zurück, wie Johann Heinrich Schulzes Entdeckung der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen im 18. Jahrhundert oder William Henry Fox Talbots erste Fotogramme aus den 1830er Jahren. Das heißt, sie fand die Wurzel fotografisch-kreativen Arbeitens bereits in der Vorgeschichte der Fotografie, was den zeitgenössischen Werken noch mehr Gewicht – eine Tradition – zusprach. Außerdem beschrieb sie Fotogramme als gleichwertig zu abstrakten Tendenzen in der Malerei.

Wie zukunftsweisend Moholys Fotogeschichte damit war, zeigt sich besonders im Vergleich zu dem Buch Die Photographie in Kultur und Technik. Ihre Geschichte während hundert Jahren von Erich Stenger. Für ihn war die Fotografie vor allem eine Technik, die auf vielen Gebieten Anwendung fand, nicht aber eine Möglichkeit kreativen Ausdrucks. Er schrieb über das Fotogramm: „ Wenn man sich begnügt, die Licht-Schatten-Verteilung irgendeines in einem Lichtkegel befindlichen Gegenstandes bildmäßig festzuhalten, den Gegenstand also nur in seinem Schattenriss, nicht als photographisches Bild, wiederzugeben, so gelangt man zum ‚Photogramm‘ (...). Es entstanden gelegentlich spielerisch reizvolle Schattenbilder in dieser ‚kameralosen‘ Betätigung, die mit der objektiven Lichtbildnerei nichts gemein hat.“ Stengers ironischer, um nicht zu sagen herablassender Ton und sein konservativer Kunstgeschmack, machen es schwer, sich eine gemeinsame Fotogeschichte von ihm und Lucia Moholy vorzustellen. Umso überraschender ist die Erkenntnis, dass sie darüber nachdachten.

Grundlage ihrer beider Forschungen war die Sammlung Stenger, die heute als Teil der Sammlung Agfa im Museum Ludwig verwahrt wird. Hier sah Moholy frühe Fotogramme von Talbot, von denen eines in der aktuellen Präsentation gezeigt wird. Durch Erich Stenger erfuhr Moholy auch von Johann Heinrich Schulzes frühen Experimenten. Während Stenger die Verbindung zu den „reizvollen Schattenbildern“ seiner Gegenwart nicht gelang, spannte Moholy den großen Bogen. Ein Grund mehr, ihre Geschichte im Museum Ludwig zu würdigen.

Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben
12. Oktober 2019 – 2. Februar 2020

Kuratorin: Miriam Szwast
Web und Social Media
Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #MLxMoholy
Facebook/Instagram/Twitter/Vimeo: @MuseumLudwig – www.museum-ludwig.de

 

Ort 

Museum Ludwig

Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Deutschland NRW
0221-221-26165
http://www.museum-ludwig.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
Museum Ludwig

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART
   Anzeige

 

weitere Beiträge

Musik / Film

JAN&JASCHA "Liebes Leben“ Album-VÖ: 24.04.2020

JANJASCHA   Liebes Leben   AlbumcoverSie kennen sich schon seit ihren frühesten Sandkastentagen – eine Vertrautheit und Harmonie, die man ihren Songs deutlich anhört. Seit mehr als zwei Jahrzehnten machen Jan Hauke und Jascha Welzel nun schon gemeinsam Musik, die beide zu einer unzer...


weiterlesen...

Das 10. Kölner Fest für Alte Musik – 25 Veranstaltungen und viel Neues zur "Alten Musik"

zamusDas Kölner Fest für Alte Musik feiert vom 21. - 29. März 2020 seine 10. Ausgabe und begibt sich in diesem Jubiläumsjahr auf die Suche nach ungewöhnlichen Konzertformaten.
Der Frühlingsanfang bringt frischen Wind – auch in die Festivalkonzeption. ...


weiterlesen...

Clueso „Sag mir was du willst“

cluesoWie geht’s eigentlich weiter, wenn man alles erreicht hat und trotzdem noch so viel Leben übrigbleibt? Weitermachen, klar. Aber wie? „Keine neuen Playlist/Nur die alten Lieder, immer auf Repeat, immer wieder“, singt Clueso. So machen es die meiste...


weiterlesen...

„Impfung“ gegen Pandemie und eine weitere Alternative

Falun Gong Logo.svgFür Menschen, die keine Erfahrungen mit unsichtbaren Sphären haben, ist vielleicht schwierig, nachzuvollziehen, dass Falun Gong die Praktizierenden resistent gegen Viren macht.

Man kann es nachprüfen. Jeder kann Falun Gong selbst ausprobieren. Es ...


weiterlesen...

#sabine Erste Zwischenbilanz zu Sturmschäden: Keine großen Schäden im Kölner Stadtgebiet – Städtische Schulen und Kitas sind morgen wieder geöffnet

stadt Koeln LogoNach den aktuellen Wetterprognosen ist zwar am morgigen Dienstag, 11. Februar 2020, mit starkem Wind zu rechnen, allerdings nicht in Orkanstärke. Deshalb werden alle städtischen Schulen und städtischen Kitas in Köln wieder öffnen. Es liegt im Erme...


weiterlesen...

LebeART Radio-Edition

lebeART Magazin jetzt LIVE
Köln-InSight.TV

Werbung

Anzeige

 

Monats Kalender

Letzter Monat Februar 2020 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 5 1 2
week 6 3 4 5 6 7 8 9
week 7 10 11 12 13 14 15 16
week 8 17 18 19 20 21 22 23
week 9 24 25 26 27 28 29

Anzeige

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.