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Bienensterben: Geheimnis um neues Insektengift Sulfoxaflor

bieneNach dem Debakel um die Wiederzulassung von Glyphosat kündigte die EU-Kommission Ende 2017 an, den Zulassungsprozess von Pestiziden in Zukunft transparenter gestalten zu wollen. Noch ist von diesem Vorhaben allerdings nichts zu spüren. Das musste das Umweltinstitut feststellen, als es die EU-Kommission um die Herausgabe von Studien gebeten hat, die sich mit den Auswirkungen des 2015 zugelassenen Insektizids Sulfoxaflor auf Bestäuber wie Bienen und Hummeln beschäftigen. Die Kommission verweigert die Herausgabe der Studien mit der Begründung, dass der Antragsteller auf Geheimhaltung bestanden hätte.
Der insektizide Wirkstoff Sulfoxaflor wurde 2015 in der Europäischen Union zugelassen, obwohl wichtige Unterlagen zur Auswirkung auf Bestäuber und andere Nichtzielorganismen im Zulassungsantrag fehlten. Diese Informationen wurden auf Order der Europäischen Kommission vom Antragsteller DowAgroSciences innerhalb von zwei Jahren in Form mehrerer Studien nachgereicht. Das Pestizid ist in der Zwischenzeit bereits in mehreren EU-Staaten im Einsatz.

Am 23. und 24 Oktober wird im Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Futter- und Lebensmittel (PAFF-Ausschuss) der EU-Kommission über diese Studien diskutiert. Die betreffenden Daten und der Ausgang der Diskussion können entscheidend dafür sein, ob die Zulassung von Sulfoxaflor in ihrer jetzigen Form bestehen bleibt.

Dazu Christine Vogt, Referentin für Landwirtschaft beim Umweltinstitut: „Es ist absurd genug, dass Pestizidhersteller die Studien zur Gefährlichkeit ihrer eigenen Produkte selbst schreiben. Dass diese Studien dann noch nicht einmal wissenschaftlich überprüft werden können, weil sie geheim bleiben, treibt das Ganze noch auf die Spitze.“

Ziel des Umweltinstituts war es, einen unabhängigen Experten mit einer Einschätzung der Studien zu beauftragen, um so überprüfen zu können, wie gefährlich Sulfoxaflor für bestäubende Insekten ist – und ob die Studien tatsächlich dazu geeignet sind, dies festzustellen. Nach langer Auseinandersetzung mit der Kommission wurde der Umweltschutzorganisation schließlich nur eine Zusammenfassung der Studien zur Verfügung gestellt. Diese ist stellenweise allerdings so stark geschwärzt, dass sich kaum oder gar keine Rückschlüsse auf die Studieninhalte ziehen lassen.

„Solange die Studien mit Billigung der Behörden geheim gehalten werden oder nur stark geschwärzt herausgegeben werden, ist eine unabhängige Überprüfung nicht möglich“, so Vogt weiter. „Diese Praxis muss sich endlich ändern. Die Kommission darf die kommerziellen Interessen der chemischen Industrie nicht länger über das Recht auf Zugang zu wichtigen Umweltinformationen stellen.“

Das Umweltinstitut hat die begründete Befürchtung, dass von Sulfoxaflor eine große Bedrohung für Bienen und andere Bestäuber ausgeht. Denn Sulfoxaflor hat denselben Wirkmechanismus wie die drei Neonicotinoide, deren Einsatz im Freiland Ende April 2018 EU-weit verboten wurde, da sie besonders bienengefährlich sind. In Frankreich wird der Einsatz von Sulfoxaflor und dem ebenfalls neuen Insektengift Flupyradifuron deshalb untersagt. In einer vor kurzem veröffentlichten Studie der Royal Holloway University of London wurde außerdem nachgewiesen, dass Sulfoxaflor eine Gefahr für Hummeln darstellt.

Mehr Informationen zu Sulfoxaflor und dem intransparenten Verhalten der Kommission finden Sie in unserem Factsheet „Geheimsache Sulfoxaflor“ (pdf).

Quelle: www.umweltinstitut.org

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