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Bernhard Barthel - MEDITATION at HOME

Bernhard Barthel (Dhammasara) lebte für einige Zeit als buddhistischer Mönch in Thailand. Nun lebt er wieder in Deutschland und möchte Menschen durch Meditation und durch die Metta-Fabrik helfen, Frieden und Ruhe zu finden.
MEDITATION at HOME – gemütlich zu Hause, können interessierte Menschen Techniken der Meditation erlernen. Das Angebot ist für jeden Menschen offen, gleich welcher Religion oder Gruppe er angehört.
Im folgenden Interview erfahren Sie wie Bernhard Barthel zur Meditation gekommen ist. Sie bekommen eine kleine Dokumentation über seinen Weg zum Buddhismus und was MEDITATION at HOME beinhaltet.

bernhard_barthelHallo Bernhard, du hast vor ca. 20 Jahren begonnen dich mit Meditation zu beschäftigen. Wie ist es dazu gekommen?
Die Thematik hat mich schon immer interessiert.
Dazu gekommen bin ich 1990, durch eine große persönliche Krise. Ich war an einem Wendepunkt angelangt.
Die Situation in der ich mich befand, die Gedanken und Gefühle waren unerträglich für mich.
Meine Gedanken waren, entweder tue ich mir etwas an, oder jemand anderem, der Druck, das Gefühl muss weg!
Ich besann mich und überlegte dass weder das eine noch das andere Vorhaben gut sei.
Also fragte ich mich, was kann ich tun?

Und was hast du getan?
Ich ging in die Bücherei. Dort arbeitete eine ältere Dame. Sie sah mich und fragte sofort; was ist los mit dir?
Also erzählte ich. Daraufhin fragte sie mich, ob ich Autogenes Training kenne? Ich kannte es nicht und so kam ich an ein Buch mit dieser Thematik.
Das war mein Einstieg!

Daraufhin folgte eine Zeit des intensiven Trainings. Was hast du gemacht?
Ich habe jahrelang, verschiedene Techniken wie autogenes Training und verschiedene Formen des Mentaltrainings geübt. Desweiteren habe ich mich ein Jahr lang mit meinen Träumen beschäftigt. Ein weiteres Betätigungsfeld stammt aus dem Taoismus, insbesondere dem  Jang Sheng Shu. Hier finden wir die sogenannten revitalisierenden oder Energie steigernden Übungen, die die Grundlage aller heutigen bekannten Arten des Tai Chi bilden.  Darunter fallen die sogenannten 8 Brokat-Übungen, sowie die 12 Übungen für die Nerven. 
Zusätzlich habe ich begonnen mich mit Astrologie ernsthaft zu beschäftigen und habe Mental-Training auf astrologischer Basis gemacht.

Wie können wir uns das Mentaltraining vorstellen?
Jedem Tag ist ein Planet zugeordnet. Montag, der Mond, Dienstag der Mars, Mittwoch Merkur, Donnerstag Jupiter, Freitag Venus, Samstag Saturn und Sonntag die Sonne. Diesen wiederum sind bestimmte Attribute zugeordnet. Die Zuordnungen der Attribute stellen sich auf verschiedenen Ebenen dar. Zum Beispiel durch Charaktereigenschaften, Verhaltensweisen oder auch Farben.
Das fand ich interessant zu erfahren. Wirkung dieser Übungen war, dass ich über die Astrologie meditativ in mich eingedrungen bin.

Du bist in Duisburg geboren und aufgewachsen. 1999 bist du nach Köln gekommen. Wie kam es dazu?
Als ich beschlossen hatte nach Köln zu ziehen, hat mich einmal jemand gefragt, "was willst du denn in Köln?" Ich antwortete, „Das ist ganz einfach. In Köln leben 1 Million Menschen. Also werden dort mind. 1000 Menschen leben, die meine Interessen teilen. Die will ich finden.“

Hat es geklappt?
Ich habe nicht 1000 gefunden, aber einen guten Haufen. 
Ich bin zum SSM (Sozialistische Selbsthilfe Mülheim www.ssm-koeln.org) gekommen und habe dort Werner Heidenreich kennen gelernt. Durch ihn bin ich in den StadtRaum gezogen, wo ich 1 ½ Jahre gelebt habe. Der StadtRaum ist ein spirituelles Zentrum mit einem breiten Veranstaltungsangebot. Es befindet sich in der Moltkestraße 79. (www.stadtraum.de).

Im Stadtraum bist du mit dem Buddhismus konfrontiert worden. Was hast du dort erfahren und gelernt?
Das war ein Geschenk für mich. Ich habe die Lehrer, Esoteriker, Heiler, Schamanen, Mönche, kurz alle, die auf diesem Gebiet erfahren sind, persönlich kennen gelernt. Ich habe sie in die Räume eingewiesen und sie haben z.T. bei mir übernachtet.
Zusätzlich habe ich alle Kurse, die dort statt fanden besucht und weiterhin sehr viel meditiert. Nach ca. einem halben Jahr sagte Werner Heidenreich zu mir, „Du kannst ab heute die tägliche Morgenmeditation leiten.“ Später kam noch das Angebot hinzu, dass ich die verschiedenen Kreise vertretungsweise leitete. Das waren Achtsamkeitskreise und ein Metta-Kreis.
So begann ich zu unterrichten.
Ich hatte das Glück, dass ich mich mit erfahrenen Lehrern und Mönchen darüber austauschen konnte. Besser geht’s natürlich nicht.

Du bezeichnest diese Zeit als Geschenk. Hast du das immer so gesehen?
(Lacht) Vielleicht kann es dieses Beispiel am besten erklären:
Ich hatte im StadtRaum ein Gespräch mit einer Frau darüber, dass ich gern einmal nach Amerika reisen wollte, um dort von Schamanen zu lernen. Nur ist das zum Einen teuer und außerdem warten die nicht auf Bernhard Bartel und holen mich vom Flughafen ab. Ich war etwas verdrießlich. Doch die Frau sagte: „Na da ist es doch wunderbar, dass du hier lebst. So brauchst du gar nicht zu den vielen Lehrern zu gehen, sie kommen alle hierher zu dir. Du brauchst gar nichts machen.“ Da ging mir ein Licht auf. Ich fand gut, dass sie das gesagt hat.

Im StadtRaum hast du den burmesischen Mönch Ashin Sopaka kennen gelernt. Er lebte in Deutschland im Exil. Du bezeichnest ihn selbst als deinen Lehrer. Warum?
Ich habe ein halbes Jahr mit ihm zusammen gewohnt. Das erste was er mich lehrte waren die Kilesas. Es sind die drei Gifte, die uns verdunkeln, trüben und unsere Gedanken fesseln. Ich kam durch Ashin Sopaka schließlich richtig mit dem Buddhismus in Kontakt.
Da ich noch andere am Buddhismus interessierte Menschen kennengelernt habe, entschloss ich mich zu dieser Zeit (2003) eine Sangha (Gemeinschaft) zu gründen. Daraus entstand, letztendlich der Entschluss das Santi Dhamma Vihara – Kölner Buddhismus Center e.V. zu gründen. Um Ashin Sopaka einen Raum zu geben, an dem er sich entfalten und wirken kann. Woraus sich weitere soziale Projekte entwickelten z.B. „the best friend“.

Ist der Buddhismus deine einzige Wirkungsrichtung?
Nicht unbedingt, aber der Buddhismus ist meine Praxisgrundlage. Desweiteren habe ich ab 2003 mit dem peruanischen Schamanen Gerado Pizarro in Köln über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren fünf Reinigungszeremonien (Mesa-Ritual) begleitend durchgeführt.ashin_sopaka_lehrer_frank_ashin_kesara_dhammasara_bernhard_barthel

Inzwischen ist Ashin Sopaka nach Thailand gegangen. Das KBC sowie die Sangha, die du mit Freunden gegründet hast, bestehen und sind weiterhin aktiv. Du selbst warst bis zum Frühjahr 2010 in Thailand und hast dort einige Zeit als Mönch gelebt. Was hat dich dazu bewegt?
Ich ging nach Thailand weil ich nach 20 Jahren Meditations- Praxis an einem Punkt, wieder ein Wendepunkt, angelangt bin. Ich fand hier in Deutschland niemanden, der mir meine noch bestehenden Fragen zur Meditation beantworten konnte. Außerdem wollte ich selbst erfahren wie es ist, als Mönch zu leben. So entschloss ich mich; Mönch zu sein.

Was hast du dort gemacht?
Dort lebte ich in der Obhut von Ajahn Phet (Abt des Klosters) im Internationalen Meditationszentrum Wat Prayong Gitty - Vararam. Zu Beginn lebte ich als Samaran (jemand der in die Hauslosigkeit gezogen ist). Nach meiner Ordination wurde mir gestattet den Gästen des Zentrums, Meditation zu lehren.

Was hast du für dich dadurch gewonnen?
Tiefe Erfahrungen und Einsichten.
Gewissheit.

Warum Gewissheit? Welche Gewissheit?
Zum Einen sagte mir der Abt meines Klosters, dass ich an einem Punkt angelangt bin, an dem mir niemand mehr etwas erzählen kann. Ich weiß wie Meditation geht, nun muss ich einfach weiter machen. Herausfinden und lernen. Eigentlich wusste ich das bereits, doch ich wollte, dass es mir ein angesehener Lehrer, eine Autorität auf diesem Gebiet bestätigt. Dadurch habe ich Gewissheit erlangt.

MEDITATION at HOME

Nun, da du zurück in Deutschland bist, möchtest du Menschen beibringen zu meditieren. Warum?
Ich möchte es ihnen nicht in diesem Sinne beibringen, denn ich bin kein Messias! 
Aus sehr vielen Gesprächen weiß ich, dass viele Menschen einen Weg suchen sich zu entspannen und abzuschalten. Sie suchen Ruhe und wollen Frieden finden. Es ist mir ein Anliegen interessierten Menschen Wege zu zeigen, wie sie all das, was sie suchen, finden können.

Welche Praktiken gibst du weiter?
Nur solche die ich auch beherrsche.

Das sind: 

Anapanasati – Meditation: Atembetrachtung, Körperbetrachtung, Gedankenbetrachtung, Gefühlsbetrachtung, Geistbetrachtung, Betrachtung von Geistobjekten, Betrachtung von Geist – Gebilden

Metta – Meditation: Entfaltung von liebender Güte, oder allumfassender Liebe (Link)

Mentaltraining – Geistestraining

Bewachen der Sinnes – Pforten: Seh – Bewusstsein, Hör – Bewusstsein, Riech – Bewusstsein, Schmeck – Bewusstsein, Tast – Bewusstsein, Denk – Bewusstsein

Kilesa ( Die drei Wurzeln ): Gier – Hass – Ignoranz (Link)

Die verschiedenen Techniken wurden hier nur kurz erwähnt und bedürfen einer tieferen Erklärung in einem Gespräch.  

An wen richtet sich dein Angebot?
An alle, die aus eigenem Antrieb heraus Frieden und Ruhe finden wollen.

Was ist das besondere an deinem Meditationsangebot?
Ich möchte im Speziellen Menschen die Möglichkeit bieten, dass sie zu Hause lernen können. Ich weiß aus Erfahrung, dass viele Menschen nicht die Zeit oder auch keine Lust haben, Gruppen und Veranstaltungen zu besuchen.
Ich möchte ihnen anbieten, sie in ihrem gewohnten Umfeld, ihrem zu Hause zu besuchen.
Hier ist alles vertraut, entspannter und ich kann auch viel intensiver auf die Bedürfnisse eingehen. Daher rührt der Name: MEDITATION at HOME.

Wie gehst du auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen ein?
Individuell.
Zu Beginn führen wir ein Einführungsgespräch. Dabei schaue ich, in jedem spezifischen Fall, wie die individuelle Situation ist. Ich werde die Vorgehensweise auf den Stand abstimmen, an dem sich der Mensch in seiner Entwicklung, in seinem Leben befindet.
Mit Hilfe des Internet bzw. per E-Mail kann auch ein weiterer Kontakt gehalten werden, in dem ich auftauchende Fragen beantworte.

Wie läuft eine Meditationsstunde ab?
Es muss nicht eine Stunde sein. Es kann länger, oder auch kürzer sein, je nachdem.
Ich denke 2 Stunden wären angebracht. Zuerst ein Gespräch ( Blitzlicht ), einem Tee oder Kaffee wäre ich nicht abgeneigt. Eine angenehme Atmosphäre sollte geschaffen werden. Dann folgt der praktische Teil und anschließend wieder ein Gespräch.
Es ist sehr wichtig, dass über die Ergebnisse Klarheit besteht!

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Dass ich glücklich bin und dem Leben und allem mit einem Lächeln begegnen möge.
Und wenn die Menschen, die ich unterrichte, glücklich sind und lächeln, sind meine Wünsche erfüllt. 

Viel Erfolg bei deiner Arbeit!

Ilka Baum

Kontakt: bernhard.barthel@googlemail.com

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