Köln-InSight.TV

Das Magazin für Köln

Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für „Freigängerkatzen“ Ausschuss Umwelt und Grün berät über Erlass einer Katzenschutzverordnung

stadt koeln logo2018Die Verwaltung legt dem Ausschuss für Umwelt und Grün für seine Sitzung am 18. Januar 2018 den Entwurf einer Katzenschutzverordnung vor. Durch eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von "Freigängerkatzen" soll das Elend der frei lebenden Tiere langfristig gemindert werden. Tierschützer, Tierheime und Verwaltung versprechen sich von einer solchen Verordnung langfristig eine Verbesserung des Gesundheitszustandes frei lebender Katzen, einen Rückgang ihrer Population und damit letztlich auch eine Entlastung der Tierheime und privater Tierschutzorganisationen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am heutigen Dienstag, 9. Januar 2018, im Tierheim Dellbrück stellten Vertreter der Verwaltung und Tierschützer die Vorlage zur Katzenschutzverordnung vor. Im Kölner Stadtgebiet werden an 55 Futterstellen täglich rund 700 freilebende Katzen gefüttert. Tatsächlich dürfte die Zahl der freilebenden Katzen bei rund 20.000 liegen. Etwa 80 Prozent müssen tierärztlich versorgt werden. Auf jeden Fall ist – wie in vielen anderen Städten und ländlichen Regionen – eine Zunahme der Population zu verzeichnen.

Tierschützer fangen im Jahr durchschnittlich 1100 Katzen ein, um die unkontrollierte Vermehrung einzudämmen und bei Bedarf Katzen tierärztlich zu versorgen. Von den eingefangenen Tieren sind etwa 800 Katzen nicht kastriert. Die Katzen werden meistens mit speziellen Lebendfallen eingefangen und anschließend tierärztlich untersucht, kastriert und behandelt. Wenn sie zahm sind, können sie vermittelt werden. Andernfalls werden sie an Ort und Stelle des Einfangens wieder frei gesetzt und dort von Tierschützern versorgt. Trotz der durchgeführten Kastrationen nimmt die Überpopulation freilebender Katzen durch eine Vermehrung mit "Freigängerkatzen" stark zu. Gleichzeitig erhöht sich der Unterbringungsbedarf von Katzen so stark, dass dieser von den Tierheimen und privaten Pflegestellen der Tierschutzvereine nicht befriedigt werden kann.

Indem Halter von Freigängerkatzen ihre Katzen kennzeichnen, registrieren und kastrieren lassen, können wir langfristig den Kreislauf, der zum Elend der freilebenden Katzen führt, unterbrechen, betonte Konrad Peschen, Leiter des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes der Stadt Köln.

Es ist ein wichtiger Schritt für den Tierschutz.
Das Tierheim Dellbrück bringt pro Jahr etwa 500 Katzen unter.

Nicht kastrierte Katzen bekommen in der Regel drei Würfe pro Jahr mit bis zu fünf Jungen, so dass sich die Anzahl der Nachkommen rasch potenziert. Es gibt immer wieder Phasen, in denen wir einen Aufnahmestopp für Katzen erlassen müssen, erläutert Bernd Schinzel, Leiter des Dellbrücker Tierheimes, die Situation.

Fast alle an den Futterstellen aufgegriffenen Katzen weisen ansteckende und katzentypische Krankheiten auf, die sich wegen der hohen Vermehrungsrate und der fehlenden tierärztlichen Versorgung schnell verbreiten. Neben dem Befall von Flöhen und Würmern zählen unter anderem Augenentzündungen, Katzenschnupfen, Milben in den Ohren und Virusinfektionen zu den festgestellten Erkrankungen. Gabriela Biesek, Erste Vorsitzende von Straßenkatzen Köln, beschreibt das Elend für die Katzen drastisch:

Schlecht verheilte und unbehandelte Knochenbrüche durch Unfälle; verreckende Katzenkinder, weil die Katzenmutter die Geburt nicht überlebte; Kätzinnen, die ununterbrochen gedeckt werden und Junge werfen, von denen die Hälfte nicht überleben kann, die andere Hälfte wird geschlechtsreif, gedeckt und die Populationen entwickeln sich weiter. Kater, die um Nahrung, Revier und Kätzinnen kämpfen, sind oft zerbissen und haben blutende Wunden, Abszesse, zerfetzte Ohren.

Die Katzenschutzverordnung verpflichtet Halterinnen und Halter von "Freigängerkatzen", diese durch einen Mikrochip oder eine Ohrtätowierung kennzeichnen und gleichzeitig registrieren zu lassen. Fortpflanzungsfähige Katzen dürfen künftig nur dann freien Auslauf haben, wenn sie kastriert sind. Werden nicht kastrierte Katzen aufgegriffen und kann der Halter ermittelt werden, kann er die Auflage erhalten, seine Katze unfruchtbar machen zu lassen. Oftmals können Halter aufgegriffener Katzen wegen deren fehlender Kennzeichnung und Registrierung nicht ermittelt werden. Dann darf durch die Verwaltung oder durch Tierheime und Tierschützer die Kennzeichnung und Registrierung – und bei Bedarf auch die Kastration – durchgeführt oder veranlasst werden. Freilebende Hauskatzen und "Freigängerkatzen" können von Tierschützern zu diesen Zwecken in Obhut genommen werden. Gleichzeitig schafft die Verordnung Rechtssicherheit für Tierschützer und legitimiert ihre Maßnahmen durch die neue Rechtssicherheit.

Nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im einfachen Satz kostet die Kastration eines Katers rund 90 Euro, die einer Katze etwa 150 Euro.

Umweltamtsleiter Konrad Peschen dankt den Initiativen und Tierheimen, den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den ehrenamtlichen Tierschützerinnen und Tierschützern: Ohne Ihr Engagement gäbe es eine Population von mehreren Zehntausenden freilebender Katzen in Köln. Das Elend der Katzen wäre noch gravierender und für die Allgemeinheit offensichtlich. Aber auch Ihre Möglichkeiten sind begrenzt; und deswegen braucht es das Handeln der Verwaltung.

Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden des Rates der Stadt Köln hatte die Verwaltung im Januar 2017 beauftragt, eine Katzenschutzverordnung zu erarbeiten und eine Beschlussfassung vorzubereiten. Die Tierschutzvereine Katzenschutzbund Köln e.V., Straßenkatzen Köln e.V., Menschen für Tiere – Tiere für Menschen e.V. Köln-Porz, Kölner Katzenschutz-Initiative e.V. und Tiere in Not e.V. Hürth, die sich gemeinsam seit über 20 Jahren dem Schutz der freilebenden Katzen widmen, haben sich – unterstützt von den Tierheimen in Köln-Dellbrück und Köln-Zollstock an der Ausarbeitung der Verordnung beteiligt.

Dass Kreise und kreisfreie Städte, wie es zuletzt zunehmend der Fall ist, zum Beispiel in Essen und Düsseldorf, im Oberbergischen Kreis, im Rhein-Sieg-Kreis, im Kreis Euskirchen solche Verordnungen zum Schutz der Katzen erlassen, liegt am 2013 geänderten Tierschutzgesetz. Dieses Gesetz ermächtigt Landesregierungen, Rechtsverordnungen zu erlassen, die den unkontrollierten freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen beschränken oder verbieten, wenn dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden bei frei lebenden Katzen verhindert werden können. Über die geltende Zuständigkeitsverordnung wiederum hat das Land Nordrhein-Westfalen Kreisordnungsbehörden ermächtigt, entsprechende Verordnungen zu erlassen.

Wenn der Rat der Stadt Köln die Katzenverordnung am 6. Februar 2018 beschließt, gilt sie vier Wochen nach ihrer Veröffentlichung. Über eine gemeinsame Kampagne mit den Tierschutzvereinen und Tierheimen informiert das Umwelt- und Verbraucherschutzamt anschließend über die Pflichten, frei gehende Katzen kastrieren, kennzeichnen und registrieren zu lassen.

Quelle: Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Sabine Wotzlaw / http://www.stadt-koeln.de

Diesen Beitrag teilen, das Unterstützt uns, DANKE !

FacebookVZJappyDeliciousMister WongXingTwitterLinkedInPinterestDiggGoogle Plus

   Anzeige

 

weitere Beiträge

Tagestipp

22.12.2018 "SYMPATHY FOR THE DEVIL" Die Generationsübergreifende Fete

DevilWer die üblichen Ü-Feten nicht mehr ertragen kann, aber trotzdem noch Lust auf Ab-Rocken hat – mal soft mal hart – der (oder die) ist hier richtig aufgehoben. Nette Leute erkennt man nicht immer am Musikgeschmack, aber auch ...!

Die wirklich guten...


weiterlesen...

Das neue Kursbuch des Alanus Werkhauses ist da - 150 Kursangebote für an Weiterbildung interessierte Menschen

Alanus Werkhaus Kursbuch 2019 Foto Felix SchelhasseIn den etwa 150 Weiterbildungsangeboten des Alanus Werkhauses erhalten die Teilnehmenden Handwerkszeug zur beruflichen und persönlichen Entwicklung sowie Impulse für kreatives Denken und Handeln. Neben einer Vielzahl von bewährten Kursen in den Be...


weiterlesen...

Diane Weigmann – die Sängerin und Songwriterin veröffentlicht nach langer Pause den Song "9 von 10 Punkten"

weigmannStünde in einem Kreuzworträtsel „Deutsche Musikerin, die seit 3 Jahrzehnten essentiell die Musiklandschaft beeinflusst“ mit 5 Buchstaben? Man könnte ohne zu zögern DIANE in die Kästchen schreiben.

Als Teenager und Twen spielt sie in den 90er Jahr...


weiterlesen...

WOHER? WOHIN? Meine Wege....

csm gespiegelt.playback 147b6da789Playback Theater ist eine besondere Form des Improvisationstheaters. Lebendig und interaktiv belebt es die alte Tradition des mündlichen Erzählens und verbindet sie mit moderner dramaturgischer Gestaltung.

Sie – als Zuschauer – geben uns die Grund...


weiterlesen...

AIRBEAT ONE Festival 2019 - Dimitri Vegas & Like Mike werden den Flugplatz Neustadt-Glewe zum Beben bringen

Airbeat One Tobi Stoffels Neon Photography 20180714025617Vom 10. bis 14. Juli 2019 steigt das AIRBEAT ONE Festival wieder auf dem Flugplatz in Neustadt-Glewe. „Indien“ ist das Thema der 18. Ausgabe von Norddeutschlands größtem elektronischen Musikfestival und der Maharaja der Veranstaltung, Sebastian Eg...


weiterlesen...

Köln Termine


Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/1/d16699007/htdocs/Datentransfer/plugins/jevents/jevfiles/jevfiles.php on line 1218
Gefährten kartenmotiv.JPG
Donnerstag, 13.Dez 08:00 - 16:00 Uhr
Der Kunstverein 68elf zeigt 12 Positionen zum Thema "Gefährten"in der Überlebenstation GULLIVER

1976  David Hockne Foto Richard Schmidt.jpg
Donnerstag, 13.Dez 10:00 - 18:00 Uhr
Ausstellung "Doing the Document. Fotografien von Diane Arbus bis Piet Zwart"

gabriele Muenter.jpg
Donnerstag, 13.Dez 10:00 - 18:00 Uhr
Ausstellung Gabriele Münter - Malen ohne Umschweife

bodenschaetze.png
Donnerstag, 13.Dez 10:00 - 17:00 Uhr
BODENSCHÄTZE. ARCHÄOLOGIE IN KÖLN

detailEvent_1107719.jpg
Donnerstag, 13.Dez 11:00 - 18:00 Uhr
"Einfach tierisch! – eine besondere Safari für die ganze Familie"

callan_380.jpg
Donnerstag, 13.Dez 14:00 - 20:00 Uhr
Ausstellung "Jonathan Callan – Andreas My"

stockhausen.jpg
Donnerstag, 13.Dez 14:00 - 20:00 Uhr
Ausstellung "Karlheinz Stockhausen - Klang Bilder"

Einladungskarte Neonlicht mit Schrift.JPG
Donnerstag, 13.Dez 15:00 - 19:00 Uhr
"Neonlicht" Bekannte Persönlichkeiten als Textmarkercollagen

marc roboud.jpg
Donnerstag, 13.Dez 16:00 - 19:00 Uhr
Ausstellung "Marc Riboud / Willy Ronis"

Gefährten kartenmotiv.JPG
Freitag, 14.Dez 08:00 - 16:00 Uhr
Der Kunstverein 68elf zeigt 12 Positionen zum Thema "Gefährten"in der Überlebenstation GULLIVER

LebeART Radio-Edition

lebeART Magazin jetzt LIVE
Köln-InSight.TV

Werbung

Anzeige

 

Monats Kalender

Letzter Monat Dezember 2018 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 48 1 2
week 49 3 4 5 6 7 8 9
week 50 10 11 12 13 14 15 16
week 51 17 18 19 20 21 22 23
week 52 24 25 26 27 28 29 30
week 1 31

Anzeige

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok