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Neues Referat für kulturelle Teilhabe im Kulturamt - Theaterfachmann übernimmt Beratung für Kulturschaffende zu Interkultur und Inklusion

stadt koeln logo2018Ein neu geschaffenes Referat "Kultur als Akteur der Stadtgesellschaft – kulturelle Teilhabe" im Kulturamt der Stadt Köln wird künftig Kulturschaffende bei den Themen Interkultur und Inklusion beraten und sich mit der Integrierung von Kultur in die Stadtplanung befassen. Diese Aufgaben übernimmt ab September 2018 der Theaterfachmann Benjamin Thele.

Moderne Metropolen sind geprägt durch eine sich stetig ausdifferenzierende kulturelle Vielfalt, die sich aus den massiven Veränderungen der Stadtgesellschaft durch Migration sowie dem selbstbewussten Streben zahlreicher Bevölkerungsschichten nach kultureller Teilhabe entwickelt hat. Themenfelder wie interkulturelle und inklusive Kulturarbeit, die Frage nach kulturellen öffentlichen Freiräumen in einer sich rasant verdichtenden Stadtgesellschaft prägen immer mehr die Arbeit auch freier Kunstinstitutionen und somit deren Förderung durch die Kommune. Aktuelle Studien zur Besucherentwicklung in der freien Kultur in Köln haben gezeigt, dass das Kunst- und Kulturpublikum eher homogen ist, die Kölner Bürgerschaft ist dies nicht. Das Kulturamt sieht daher seine Aufgabe darin, die freie Kulturszene in ihrer Ansprache an ein diverseres Publikum zu beraten und zu fördern. Zugleich müssen wir das Thema von existierenden Barrieren für einzelne Gesellschaftsgruppen in der Kunstproduktion ansprechen und bearbeiten, erläutert Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach die Installierung des neuen Referates.

Kulturamtsleiterin Barbara Foerster betont: Das Kulturamt in Köln war mit einem Referat für Interkultur und dem Angebot an Förderung und Beratung für migrantische Kulturschaffende ein Vorreiter für integrative Kulturförderung. Angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklung und der Gefahr starker bürgerschaftlicher Segmentierung weiten wir dieses Angebot nun aus und entwickeln – dem Gedanken der Inklusion folgend – Instrumente und Maßnahmen für einen möglichst barrierefreien Zugang zu Kunst und Kultur für alle Bevölkerungsschichten unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sozialem Hintergrund, sexueller Orientierung, geistiger oder körperlicher Einschränkung.

Benjamin Thele, Jahrgang 1982, studierte Mittlere und Neue Geschichte sowie Romanistik an der Universität zu Köln, unterrichtete dort zunächst als Dozent für Literaturwissenschaften und war dann als Künstlerischer Betriebsdirektor des Theaters an der Ruhr in Mülheim maßgeblich an der Realisierung internationaler Projekte wie Szene Istanbul und Internationale Theaterlandschaften beteiligt. Thele baute die internationale Theaterarbeit des Theaters an der Ruhr maßgeblich aus und errichtete ein Netzwerk an Künstlerinnen und Künstlern sowie Kooperationspartnern, das den gesamten Mittelmeerraum umspannt. Die Ziele seiner Arbeit waren hierbei multilateral geprägt. Seine Arbeit stand unter der Prämisse, nicht nur das Mülheimer Publikum für die Lebensumstände der externen Gruppen zu sensibilisieren, sondern zudem auch den unter Repressalien in ihren Heimatländern leidenden Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu bieten. Zur gleichen Zeit gelang es durch diverse Gastspielreisen beispielsweise nach Tunesien, Algerien oder in die Autonome Region Kurdistan im Norden des Irak auch in der Heimat der Kooperationspartner einen künstlerischen Akzent für Freiheit und Demokratie zu setzen. Im Jahr 2016 wirkte Thele an der Gründung des syrischen Theaterkollektivs Ma’louba mit, dass durch das Land NRW und die Kulturstiftung des Bundes gefördert wird.

Quelle: Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Simone Winkelhog / https://www.stadt-koeln.de

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