Köln-InSight.TV

Das Magazin für Köln

Blutige Aussichten nach Umbau der Frankfurter Straße in Köln-Mülheim?

umgestaltung-frankfurter-strasse 562 0Mit dem ersten Spatenstich am 21.Mai startet nun offiziell der Umbau der Frankfurter Straße, der Mülheimer Geschäftsstraße Nummer 1. Klar ist schon jetzt, dass es alles andere als die angekündigte und vom Rat noch im Jahre 2009 beschlossene Flaniermeile werden wird, dass es bei der jetzigen Automeile bleiben wird. Statt erhoffter Verbreiterung wird den Fußgängern sogar noch der Bürgersteig gekürzt, während die Autos weiterhin mit Tempo 50 am Eiscafe vorbeilärmen. Klar ist auch, dass sich mit einer alleinigen Aufhübschung der Rush-Zone der Niedergang nicht aufhalten lassen wird, die Trading-Down-Situation wird bleiben. Dies ist auch den Anwohner schwer zu vermitteln, die zu 100 % zur Kasse gebeten werden, während die Stadt sich für den Umbau gerne die EU-Fördermittel auszahlen lässt.

Die Initiative »Planung von unten« hatte ein alternatives Konzept, was von der Politik verworfen wurde. Sehr breite Bürgersteige und shared space, Radfahrer und Autos auf eine Fahrspur. Nichts von alledem wurde beschlossen, kein Platz für Fußgänger, weil Radwege dogmatischerweise sein müssen in Köln. Dann verschlimmbesserte Rot-Grün die Verwaltungsvorlage auch noch. Um die Bürgersteige nicht zu drastisch zu kürzen, wurde beschlossen, die Fahrspuren der Autos auf 2,50 m Breite zu verringern.

Warum eigentlich Radstreifen? In einem Berichtszeitraum von acht Jahren gab es nur einen einzigen Fahrradunfall auf der Frankfurter-Geschäftsstraße. Fast unglaublich, aber behördlich bestätigt. Es ist aber auch einleuchtend: Weil es keinen Radstreifen gab und die Radfahrerinnen und Radfahrer mitten auf der Straße v o r  den Autos fahren durften. Was vor der Frontscheibe sich abspielt, wird von den Pkw- und LKW-FahrerInnen klar und deutlich wahrgenommen, nicht aber was seitlich des Fahrzeuges passiert. Radwege auf Straßen sind dagegen gefährlich. Fast wöchentlich wird in den Kölner Tageszeitungen von schweren Unfällen berichtet, die manchmal tödlich ausgehen.

Entgegen des von Bürgerinnen und Bürgern entwickelten Alternativkonzeptes werden nun beidseitige Radstreifen gebaut werden. Damit kommt eine gesteigerte Gefahr für Leib und Leben auf die Frankfurter Straße - noch dazu gefördert mit EU-Geldern.

Warum gefährlich für Leib und Leben?

Generell sind Radwege auf der Fahrbahn gefährlich, weil sie von den AutofahrerInnen nicht gut, teils gar nicht eingesehen werden können. Die größte Gefahr droht hier vom toten Winkel.

Im Speziellen für die Frankfurter Straße:

- Der 50 cm Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos ist zu gering. RadfahrerInnen ist wegen der Gefahr sich plötzlich aufgehender Autotüren bei parkenden Autos vorgeschrieben, mindestens 75 cm einzuhalten.

- Dies ist wiederum bei der 1,25 m - Breite der Radwege nicht möglich, weil die Lenker dann schon auf die PKW-Fahrspur reichen.

- Die sogenannten Rad-Schutzstreifen werden zum Halten und zum Parken missbraucht. Auf der Venloer Straße weiß man ein Lied davon zu singen. Ständig müssen nun zukünftig RadfahrerInnen notgedrungen auf die Fahrbahnmitte ausweichen, was blutig ausgehen kann. Verrückt: Nach der bestehenden gesetzlichen Regelung darf noch nicht einmal abgeschleppt werden.

- Zum Ein- und Ausparken müssen die PKWs stets den Radstreifen kreuzen. Hier sind die Radfahrerinnen auf Gedeih und Verderben der Sorgfalt der Autofahrer ausgeliefert.

Nun wurde auch noch die Fahrbahnbreite auf 2,50 m verkürzt. Busse und LKW's sind aber genau so breit. Das würde eh schon sehr knapp, wenn zwei Busse oder LKW's aneinander vorbeifahren. Mit der Spiegelbreite von 2,70 m können sie nicht mehr aneinander vorbeifahren, ohne auf den sogenannten Schutzstreifen auszuweichen. Das kann nicht gut gehen, besonders bei dem hohem Bus- und LKW-Aufkommen auf der Frankfurter Straße, die ja eine Bundesstraße ist. Hier wird in Kauf genommen, dass es krachen wird. Bluten werden natürlich nicht die Insassen der Fahrzeuge, sondern die Radfahrerinnen und Radfahrer.

Hätten Politik und Verwaltung tatsächlich eine Flaniermeile, sprich eine zweite Spur für Fußgänger, geplant, hätte sie den Gefahrstreifen für Radfahrerinnen weggelassen, hätte sie die Radfahrerinnen den 600 m langen Einkaufsbereich weiterhin vor den Autos und Bussen fahren lassen, hätte sie »shared space« weiter praktiziert, dann hätte es relativ friedlich auf der Mülheimer Geschäftsstraße Nummer 1 bleiben können.

Nun ist abzusehen, dass Blut fließen wird.

V.i.S.d.P.: Heinz Weinhausen, Mitglied der Initiative »Planung von unten«, Düsseldorfer Str. 74, 51063 Köln, 21.05.2013

Quelle Foto: http://www.stadt-koeln.de/4/verkehr/07477/

Diesen Beitrag teilen, das Unterstützt uns, DANKE !

FacebookVZJappyDeliciousMister WongXingTwitterLinkedInPinterestDiggGoogle Plus

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

   Anzeige

 

weitere Beiträge

Tagestipp

Online-Befragung "Aktive Mobilität" Planer erfragen Nutzungsverhalten von Fußgängern, Rad-, Bahn- und Busfahrern

aktiv mobilDie Technische Universität Dresden (TU Dresden) führt derzeit im Auftrag des Umweltbundesamtes eine Online-Befragung mit dem Titel "Aktive Mobilität" durch. Die Verkehrsplaner wollen mehr darüber erfahren, was Menschen anregt, öfter Rad zu fahren ...


weiterlesen...

Newsletter Parkstadt Süd - Interessierte erhalten auf Wunsch fortlaufend Neuigkeiten zum Projekt

stadt koeln logo2018Das Stadtplanungsamt bietet ab sofort einen Newsletter zum städtebaulichen Großprojekt Parkstadt Süd an. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich mit einer E-Mail (Stichwort Newsletter) anmelden und in den entsprechenden Verteiler aufnehme...


weiterlesen...

Stadt bringt mehrere Satzungen auf den Weg - Rahmenbedingungen für unterzubringende Personengruppen künftig separat geregelt

stadt koeln logo2018Die Stadt Köln ist nach den Bestimmungen des Ordnungsbehördengesetzes, des Landesaufnahmegesetzes, des Flüchtlingsaufnahmegesetzes sowie des Asylbewerberleistungsgesetzes verpflichtet, Einrichtungen zur Unterbringung obdachloser Personen und Überg...


weiterlesen...

The Ten Tenors – die Stimmgiganten aus Down Under im April auf „Wish you were here“ Tour

The Ten Tenors Presse 1 c Dylan EvansEine Hommage an unvergessene Legenden der Popmusik am 13.01.18 bei "Schlagerchampions – Das große Fest der Besten" mit Florian Silbereisen

Die Stimmgiganten aus Down Under The Ten Tenors präsentieren ihre wunderbare Hommage an unvergessene Legende...


weiterlesen...

Kreissparkasse Köln ehrt erfolgreiche Nachwuchsgoldschmiede des Festes in Gold e.V.

Gruppenfoto Junggoldschmiede 10.1.2018 Foto KSKAusstellung der prämierten Orden in der Hauptstelle am Neumarkt vom 10.01. - 31.01.2018

Köln, den 10. Januar 2018 - Bereits zum 38. Mal stellt die Kreissparkasse Köln Arbeiten von Nachwuchsgoldschmieden des alljährlichen Ordenswettbewerbs des Vere...


weiterlesen...

LebeART Radio-Edition

lebeART Magazin jetzt LIVE
Köln-InSight.TV

Werbung

logo ra kontorowitz300px

Olaf Kontorowitz

Ich berate Sie als Rechtsanwalt in allen rechtlichen Angelegenheiten. Den Schwerpunkt bilden dabei die Bereiche:

Arbeitsrecht, Familienrecht, Scheidung, Maklerrecht und allg. Zivilrecht. Daneben steht der Forderungseinzug ebenfalls im Mittelpunkt unserer Kanzleitätigkeit.
Clevischer Ring 103 | 51063 Köln
Telefon: (0221) 259 670 47
Telefax: (0221) 99 99 96 49 19
Mobil: (0176) 219 565 42
E-Mail: ra@meinanwalt-koeln.de

www.meinanwalt-koeln.de

Anzeige

 

Monats Kalender

Letzter Monat Januar 2018 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 1 1 2 3 4 5 6 7
week 2 8 9 10 11 12 13 14
week 3 15 16 17 18 19 20 21
week 4 22 23 24 25 26 27 28
week 5 29 30 31

Anzeige