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Interview-Reihe „Kölner SexTalk“ bei Köln-Insight.TV - Radio-Edition „Sexmythen als Sexkiller“ Teil 2

logo lebeart magazin Radio Edition2webSeit 11. Mai sendet Köln-Insight.TV in seiner Radio-Edition am Montag die Interview-Serie „Kölner SexTalk", bei der die Journalistin Petra Wagner im Gespräch mit der Ärztin und Sexualtherapeutin Dr. Jutta Kossat über gängige Vorurteile sowie Mythen aufklärt und über die weibliche wie männliche Sexualität informiert.

Für alle jene, die die Sendung nicht live anhören konnten, hier die Inhalte zum Nachlesen.

Der Frust mit der Lust – Sexmythen Teil 2

Köln-Insight.TV: So, nachdem wir am vergangenen Montag bereits einige der gängigsten Mythen entmystifiziert haben, legen wir unseren Blick heute auf den Höhepunkt des Ganzen – auf den Orgasmus. Heikles Thema – vor allem, weil er als ein Muss angesehen wird, den Erfolg des guten Lovers ausmacht, beim Mann ja kein Problem darstellt, für die Frau aber umso mehr problembehaftet ist – aber sie kennt ja Auswege – indem sie einfach so tut als ob – Frau Dr. Kossat - welche Mythen drehen sich um den Höhepunkt an sich, die wenig förderlich für das Glück im Bett sind?

PODCAST der weiteren Themen:

Sendung_Grundlos_Sexlos

Sexmythen als Sexkiller 1

Sexmythen als Sexkiller 2

Die lustlose Frau gibt es nicht!

sexuelle Wuensche und Fantasien – der praeorgastische Kick

Klitoris-Die Lustperle der Frau im Wandel der Zeit

Wagner20KossatDr. Jutta Kossat:
Z. B. gibt es den Mythos: Frauen kommen beim vaginalen Geschlechtsverkehr.
• Es stimmt zwar, Frauen können beim vaginalen Geschlechtsverkehr kommen, aber nicht nur.
• Frauen können aber auch nur bei einer reinen Bruststimulation kommen.
• Oder einfach nur durch ihre Fantasie ohne Berührung.
• Oder durch äußere Stimulation der Klitoris. Die beliebteste und häufigste Art, einen Orgasmus zu bekommen.
• Aber wieder erschwert die gesellschaftliche Forderung nach dem Orgasmus der Frau beim Geschlechtsverkehr das Liebesleben vieler Paare.
• Männer können nicht wissen, wie eine Frau am schönsten und angenehmsten zum Orgasmus kommt.
• Die Stimulation der Frau ist äußerst individuell.

Köln-Insight.TV: Aber es kursiert ja auch bei vielen Frauen die Vision im Kopf: Wenn er mich liebt, weiß er, was ich mag und will – wie sieht es damit aus?

Dr. Jutta Kossat:
• Der Gedanke, wenn er mich liebt, weiß er, was ich will – ist auch ein Mythos, der hier erschwerend hinzukommt.
• Männer sollten sich von dem Gedanken abwenden, dass sie die Frauen beim Geschlechtsverkehr zum Orgasmus bringen müssen.
• Die Frauen, die beim Geschlechtsverkehr zum Orgasmus kommen, sind in der Regel nicht untätig. Aber das Thema können wir nochmal gesondert vertiefen.
• Es ist definitiv ein Mythos, dass nur durch die Tätigkeit des Mannes beim Geschlechtsverkehr eine Frau zum Orgasmus kommt, das gilt nur für eine Minimalzahl von Frauen.
• Diese Vorstellung löst Stress beim Mann und bei der Frau aus, er schafft es nicht, sie hat das Gefühl, sie schafft es nicht, beide sind frustriert
• Die Frau kommt auf die Idee, es vorzutäuschen – und kommt in die Falle der Orgasmuslüge.
• Darüber reden, würde helfen. Frau sollte dem Mann zeigen und sagen, was sie am meisten und besten stimuliert.

Köln-Insight.TV: Und damit ist eigentlich keinem gedient – Ehrlichkeit und Offenheit sollte auch im Bett höchste Priorität besitzen. Wo mir wieder das Fazit vom vergangene Mal einfällt – authentisch sein und bleiben. Welche Mythen hindern uns noch auf dem Weg zur erfüllten Liebe.

Dr. Jutta Kossat:
Nur ein gemeinsamer Höhepunkt ist ein schöner Höhepunkt?
• Diese Forderung nach dem gemeinsamen Höhepunkt erschwert ungemein das Sexualleben vieler Paare.
• Tatsache ist, oft passt es einfach nicht gleichzeitig und ein hintereinander kann wesentlich schöner sein. Jeder kann seinen Orgasmus genießen und den intimsten Moment des Partners erleben.
• Wenn man daran denkt, was ein Orgasmus ist, nämlich eine Art Destabilisierung des Bewusstseins mit Einengung der Sinneswahrnehmungen, dann wird einem auch klar, dass es kaum einen Zustand gibt, in dem ich so auf mich selbst fokussiert bin wie beim Orgasmus.
• Natürlich spricht auch nichts gegen einen gemeinsamen Orgasmus, aber ich würde meine Multitasking-Fähigkeiten lieber in anderen Bereichen meines Lebens verwirklichen als dabei.

Köln-Insight.TV: Man könnte also zusammenfassend festhalten, jeder hat die Verantwortung für seinen Orgasmus selbst! Die Partner unterstützen sich dabei und beide genießen diesen ganz besonderen Moment eng verschmolzen miteinander – indem sich jeder abwechselnd total fallen lässt, ganz im Bewusstsein des anderen – das stellt doch eine ganz besondere Intimität und Nähe dar, wie ich finde.
Jetzt kommen wir zu einem ganz besonderen Punkt – habe ich Sex und wann nicht? Hierin verbirgt sich ein weiterer Mythos ... Nur vaginaler Geschlechtsverkehr ist richtiger Sex?

Dr. Jutta Kossat:
• Dies ist ein extrem dominanter Mythos.
• Dieser Mythos belastet jedoch sehr viele Paare, weil es nicht ihre wirklichen Bedürfnisse widerspiegelt. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, in einer erfüllenden Sexualität geht es nicht um Sextechniken, sondern um Nähe. Und wie ich mir dieses Bedürfnis nach Nähe erfülle, ist relativ egal, wenn es beiden Partnern gefällt.
• Ich mach Ihnen mal ein Beispiel aus der Praxis.
• Zu mir kommen Frauen herein, die sagen, ich habe keine Lust auf Sex und ich hatte schon seit Jahren keinen mehr.
• Beim näheren Nachfragen stellt sich dann aber heraus, dass sie jedoch Woche wunderbare Orgasmen hat durch die manuelle Stimulation ihres Mannes und sie diese Stimulation am ganzen Körper auch sehr genießt. Aber vaginalen Geschlechtsverkehr schlicht und einfach langweilig findet.
• Sie hat sich nie mit ihrem Mann ausgesprochen und hat seit Monaten deshalb ein total schlechtes Gewissen, weil sie denkt, sie habe keinen richtigen Sex und Männer brauchen dass doch.

Köln-Insight.TV: Wir haben Sex, ohne miteinander zu schlafen? Das müssen Sie uns genauer erläutern ...

Dr. Jutta Kossat:
• Ich glaube Sie unterliegen gerade auch dem Mythos: richtiger Sex ist vaginaler Geschlechtsverkehr.
• Gibt es keine Sexualität mehr, wenn ein Eindringen nicht mehr möglich ist?
• Sexualität ist eine intime körperliche Begegnung.
• Nehmen wir das Beispiel eines älteren Paares. Aus gesundheitlichen oder krankheitsbedingten Gründen ist eine Penetration, also ein Eindringen nicht mehr möglich. Wollen Sie diesem Paar ihre Sinnlichkeit und Erotik absprechen? Wir sind doch immer Wesen mit Sexualität, das gehört zu uns dazu.
• Zurück zu dem Paar. Wenn das Paar dann aber sich intim streichelt oder stimuliert, ist das kein Sex? Wenn die Frau ihn in sich spüren will und es geht nicht mehr und sie sich einigen, er führt ihr einen Dildo ein. Das ist kein Sex?
• Also für mich sind das ganz intime und lustvolle Begegnungen. Für mich ist das Sex pur.

Köln-Insight.TV: Da sind wir wieder an dem Punkt, richtig ist, was beiden Spaß bereitet, und zu dem beide bereit und offen sind. Dazu gehört aber auch, sich das zu sagen – Kommunikation zieht sich durch unsere Gespräche wie ein roter Faden. Nun wissen wir, welchen Mythen wir auf den Leim gegangen sind – aber wie können wir uns von den Mythen befreien?

Dr. Jutta Kossat:
• In meiner Praxis kommt in fast jeder Stunde irgendwann die Frage, ist das denn normal oder was ist denn normal.
• Das andere und fast das Wichtigere ist, immer wieder sich zu überlegen, was will eigentlich ich. Was sind meine Bedürfnisse und Wünsche? Sich und seinen Wünsche sicher sein, unabhängig davon, was andere sagen und schreiben oder im TV zu sehen ist und dies meinem Partner zu vermitteln
• Sich klarmachen, welchen Mythen bin ich anheimgefallen – und woher kommt das.
• Wie kann ich meine Sexualität sinnlich und erotisch erleben?
• Wir scheinen alle ein großes Bedürfnis nach Normalität und was uns die Medien vorspielen, was heute normal ist, bringt uns unter Leistungsdruck – es ist aber nur eine Spielvariante, die gespielt wird.
• Dabei ist gerade in der Sexualität die Definition des Normalen sehr schwierig. Normal ist heute, was beiden Partner gefällt, unabhängig von anderen.
• Was heute normal ist, war vor 50 Jahren sicher nicht normal – wir sind freier geworden und dennoch immer noch in Rollenzwängen gefangen, nur anderen.

Köln-Insight.TV: Ja und um diesen Missstand zu beseitigen, führen wir ja auch diese Gespräche, die zumindest einen kleinen Beitrag dazu beisteuern wollen. Und Paartherapeuten stehen ja überall zur Verfügung, die helfen, wirklich frei und authentisch zu leben.
Beim nächsten Termin betrachten wir die vermeintlich lustlose Frau – wir versprechen dabei wieder viele interessante Information rund um die schönste Sache der Welt.
Bis dahin Eure Petra Wagner

Das Gespräch führte Petra Wagner / Text-Fabrik für Köln-Insight.TV.
Gesprächspartnerin: Dr. Jutta Kossat - Partnerschafts.- Sexualberatung

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